29.06.2010

Südafrika gewinnt

Trotz des frühen Ausscheidens gilt laut Deloitte-Report für den Gastgeber: Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika bringt dem Land weit mehr als einen sportlichen und wirtschaftlichen Schub durch Tourismus und Investitionen in die Infrastruktur.

Die Rolle als Gastgeber und die weltweite Aufmerksamkeit für den Staat am Kap sollen für ein gestiegenes Selbstbewusstsein und damit für ein stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl sorgen – letzten Endes aber auch für wirtschaftliche Impulse. Vor dem Hintergrund der abklingenden weltweiten Konjunktur- und Wirtschaftskrise setze Südafrika ein Zeichen für Wachstum, das auch nach dem sportlichen Großevent anhalten könne, heißt es in einer Pressemitteilung.

Zwar hätten aufgrund der globalen Rezessionsphase und der Abgeschiedenheit des Veranstaltungsorts die Voraussetzungen zunächst nicht optimal geschienen. Dennoch habe das Land am Kap das Turnier als ökonomischen Stimulus in mehrfacher Hinsicht genutzt: "Einerseits durch nachhaltige Investitionen in Schlüsselbereiche wie Verkehrsinfrastruktur, andererseits als Gelegenheit, sich der Welt als dynamische Nation zu präsentieren", so Stefan Ludwig von Deloitte.

Infrastruktur verbessert

Am auffälligsten seien die nachhaltig wirksamen Infrastrukturinvestitionen in Südafrika. Diese beträfen über den Stadionbau hinaus vor allem Verkehrswege wie den Hochgeschwindigkeitszug "Gautrain" sowie den Neu- und Ausbau von Autobahnen und Flughäfen.

Ausbildungsstandard gestiegen

Auch der Ausbildungsbereich habe profitiert. So konnten sich im Vorfeld zahlreiche junge Südafrikaner im Zuge der Bauarbeiten an Stadien, Hotels und Verkehrswegen beruflich weiter qualifizieren, sodass der Ausbildungsstandard merklich gestiegen sei.

Effizientere Verwaltung

Zudem sei die politische Infrastruktur deutlich verbessert worden. Enge Zeitvorgaben der Fifa hätten die Kooperationen verschiedener Behörden und Organisationen über alle Hierarchieebenen hinweg positiv beeinflusst. Und eine effizientere Verwaltung mit minimierten Reibungsverlusten sei zu allen Zeiten ein klarer ökonomischer Vorteil.

Umweltfreundliche Tendenzen
Last but not least profitiere die Umwelt: Traditionell beziehe Südafrika seine Energie hauptsächlich aus Kohle. Mit gestiegenem Umweltbewusstsein und dem Wunsch nach einem internationalen Positivimage setze das Land nun aber verstärkt auf grüne Technologien. So seien die Stadien mit umweltfreundlichen Klima- und Regenwasseraufbereitungssystemen ausgestattet und Kampagnen der öffentlichen Hand sorgten zusätzlich für eine Begrünung der Städte.