02/Mrz/2010

Schlechte Kommunikation

Der ehemalige Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Rolf Breuer, hat in einem Interview mit "Zeit online" seine Branche scharf kritisiert - und dabei unter anderem ihr Kommunikationsverhalten bezüglich hoher Renditeziele gerügt.

Einigen in der Bankenbranche fehle es derzeit offenbar an der gebotenen Demut, so Breuer über die Proteste mancher Banker gegen eine Reform der Finanzmärkte.

Breuer plädierte dafür, die Banken im Zweifelsfall zu Reformen zu zwingen: Allein auf Freiwilligkeit zu setzen sei blauäugig und funktioniere nicht. Sollte es den Staatschefs der großen Industrienationen nicht gelingen, ihre Reformpläne zu koordinieren, würden die Maßnahmen verpuffen.

Banker, die trotz der Krise hohe Renditeziele verfolgen, betreiben laut Breuer "schlechte Kommunikation". In einer Situation, in der die Gesellschaft an der Sinnhaftigkeit von Banken zweifele, könne man nicht noch einen draufsetzen und sagen: Wir wollen wieder Margen von X Prozent.

Seinen Nachfolger als Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Josef Ackermann, der kurz nach dem Höhepunkt der Krise wieder hohe Renditen gefordert hatte, habe Breuer dabei nicht erwähnt, heißt es in der Pressemitteilung von "Zeit online".