19.10.2009
Mit einem Festakt auf dem Leipziger Mediencampus hat die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig jetzt das mutige und vorbildliche Engagement des türkischen Chefredakteurs Ahmet Altan, des kroatischen Journalisten Dušan Miljuš und des italienischen Schriftstellers Roberto Saviano mit dem "Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien" gewürdigt.
Altan und Miljuš nahmen die Auszeichnung aus den Händen von Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung und dem Vorstandsvorsitzenden der Medienstiftung und der Sparkasse Leipzig, Dr. Harald Langenfeld, persönlich entgegen.
Saviano konnte nicht an der Preisverleihung teilnehmen. Dafür schickte er eine Videobotschaft, in der er die enge ideelle Beziehung zwischen der friedlichen Revolution in der DDR und dem Leipziger Medienpreis betont habe, berichtet die "Sparkassenzeitung".
Die drei Preisträger zeichneten sich nach Auffassung der Preisjury durch ihren unbeirrbaren Willen zur Wahrheit und Wahrhaftigkeit aus. Ihnen gemeinsam sei das Bestreben, Missstände aufzudecken, sowie die Überzeugung, gesellschaftliche Strukturen durch die Kraft des Wortes und der Tat ändern zu können. Für diese Überzeugung würden sie selbst ernsthafte physische und ökonomische Bedrohungen in Kauf nehmen.
So lebe Roberto Saviano unter ständigem Polizeischutz und müsse regelmäßig sein Versteck wechseln, nachdem er in seinem Buch "Gomorrha" über mafiöse Strukturen in seiner Heimatstadt Neapel berichtet, und ein Clan der Verbrecherorganisation ihn daraufhin auf seine Todesliste gesetzt hatte.
Altan, der die Redaktion der türkischen Tageszeitung "Taraf" leitet, sei mit kritischen Berichten in das Visier der Staatsanwaltschaft und des Militärs geraten. Miljuš, der als Redakteur für die Tageszeitung "Jutarnji List" arbeitet, habe über die kriminellen Geschäfte der Balkan-Mafia berichtet und sei im Juni 2008 von Unbekannten mit Baseballschlägern zusammengeschlagen und schwer verletzt worden.
Die drei Preisträger teilten sich das Preisgeld in Höhe von 30.000 Euro.