04.08.2010
Insbesondere für die deutschen Unternehmen sei die Umstellung auf SEPA mit den internationalen Kontonummern und Bankleitzahlen mit einem Kraftakt verbunden, während ihre europäischen Konkurrenten SEPA bereits intensiver nutzten. Dies habe eine aktuelle Markteinschätzung ergeben, teilt Steria Mummert Consulting mit.
Etwa 16 Milliarden Überweisungen und Lastschriften würden allein in Deutschland jährlich getätigt – mehr als in jedem anderen Land der Europäischen Union, heißt es in einer Pressemitteilung.
Obwohl die Banken bereits seit 2008 neben den vertrauten nationalen Verfahren auch SEPA-Verfahren anbieten, sei das Interesse daran in der Bundesrepublik sehr gering. Nur 0,4 Prozent aller deutschen Überweisungen entfielen auf das internationale Format.
Vor allem die Unternehmen zögerten mit der Umstellung. Sie sähen bislang weniger die Vorteile eines grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs, sondern blickten eher auf die mit der Einführung verbundenen Kosten.
Gerade vom deutschen Lastschriftverfahren wollten sich die Firmen ungern trennen. Mehr als jede zweite Zahlungsverkehrs-Transaktion basiere hierzulande auf einer Lastschrift. Allein die Versicherer verwalteten insgesamt 260 Millionen Lastschriftmandate.
Für alle müssten sie bei der Umstellung von ihren Kunden eine neue Genehmigung einholen, sollte die Bundesregierung sich nicht zum Handeln gezwungen sehen und eine gesetzliche Unterstützung für die Überführung anbieten, heißt es weiter.