10.09.2009
Google rules: In Deutschland leitet die Suchmaschine mit 90 Prozent Marktanteil ihre Nutzer rund drei Milliarden Mal im Monat zu den Fundstellen im Netz. Zunehmend versuchen Medien, ihr Google-Ranking durch Suchmaschinenoptimierung via haltbare Inhalte zu verbessern, hat die "FAZ" beobachtet.
Größter Nutznießer von Google ist Wikipedia: Im August habe Google seine Nutzer 47 Millionen Mal zur Online-Enzyklopädie geschickt. Vier von fünf Besuchern des Online-Lexikons kämen direkt von Google. Der Algorithmus der Suchmaschine bewerte Wikipedia als hochwertige Informationsquelle und blende die Artikel entsprechend oft auf den ersten Plätzen ein.
Teures Suchwort-Marketing
Auch die Medien profitierten in hohem Maße von den Besucherströmen: Fast 14 Millionen Besuche auf den Seiten des Axel Springer Verlags hätten ihren Ursprung bei Google und fast 11 Millionen mal seien Google-Nutzer zu Seiten von Hubert Burda geführt worden. Viele große Internetseiten bekämen mindestens ein Drittel, manche Anbieter sogar mehr als die Hälfte ihrer Besucher von Google zugeführt.
Die führenden E-Commerce-Seiten Ebay und Amazon wiesen Google-Anteile um die 40 Prozent auf. Um die Werte so hoch zu treiben, geben die Unternehmen laut "FAZ" jedoch viel Geld für das Suchwort-Marketing aus.
Zusammen investierten die Unternehmen in Deutschland mehr als 1,5 Milliarden Euro im Jahr, um mit ihren Werbeschaltungen über und neben den Google-Suchtreffern potenzielle Kunden auf ihre Internetseiten zu locken.
Haltbare Inhalte gewinnen an Relevanz
Eine Besonderheit stelle "Chip.de" da. Die Computerzeitschrift punkte bei Google vor allem mit haltbaren, weniger tagesaktuellen Artikeln. Wer einen Testbericht eines Handys oder einer Digitalkamera suche, treffe bei Google fast immer auf Artikel aus der Chip-Redaktion.
"Chip.de" habe dadurch mehr Besucher als "Spiegel Online". Laut FAZ denken mittlerweile auch die klassischen Nachrichtenseiten darüber nach, die Erstellung haltbarer Inhalte zu forcieren, um dauerhaft mehr Suchtreffer auf Google.de zu erhalten.