18/Feb/2010

Die Staaten bleiben am Ruder

Die europäischen Staaten spielen bei der Konsolidierung der Finanzbranche weiterhin eine Schlüsselrolle, berichtet PricewaterhouseCoopers (PwC) in der Studie "M&A Insight - European Financial Services".

Im Jahr 2009 hätten europäische Regierungen für 39 Milliarden Euro Beteiligungen an Banken und anderen Finanzinstitutionen gekauft, heißt es in einer Pressemitteilung. Damit seien die staatlichen Investitionen in dem Sektor gegenüber dem Krisenjahr 2008 (104 Milliarden Euro) absolut betrachtet zwar gesunken. Wegen des insgesamt niedrigeren Transaktionsvolumens habe sich der staatliche Anteil am Gesamtwert der Anteilskäufe jedoch nur von 58 Prozent auf knapp unter 50 Prozent verringert.

Insgesamt sei das Transaktionsvolumen 2009 von 178 Milliarden Euro im Vorjahr auf 80 Milliarden Euro gesunken. Bereinigt um staatliche Aktivitäten habe sich das Volumen von 74 Milliarden Euro auf 41 Milliarden Euro nahezu halbiert und den niedrigsten Wert seit 2003 erreicht. Zum Vergleich: Im Boomjahr 2007 summierte sich der Gesamtwert der Beteiligungen, Übernahmen und Fusionen in der europäischen Finanzbranche auf 208 Milliarden Euro.

"Viele europäische Regierungen fokussieren sich mittlerweile weniger auf die Unterstützung von Banken als auf die Planung von Exit-Strategien. Mit staatlichen Anteilsverkäufen in größerem Maßstab ist in Europa bis Jahresende allerdings noch nicht zu rechnen", so Burkhard Eckes von PwC.

Mit einer Belebung des deutschen M&A-Marktes rechneten die Experten frühestens ab Ende 2010. Die Konsolidierung der deutschen Bankenbranche werde sich fortsetzen. Insbesondere für strategische Investoren und Private-Equity-Investoren sei dieser Markt interessant. Das Transaktionsvolumen in Deutschland werde voraussichtlich jedoch nicht wieder auf das zu Beginn der Finanzkrise erreichte Niveau steigen.