16.06.2010
Man denke sehr konkret darüber nach und werde bald eine Entscheidung treffen, so Geschäftsführer Florian Schoeller gegenüber Reuters.
Die im Jahr 2000 gegründete Scope sei bislang auf Ratings von offenen Immobilienfonds, geschlossenen Fonds und Zertifikaten spezialisiert und analysiere Vermögenswerte im Volumen von mehr als 230 Milliarden Euro, heißt es in der "Sparkassenzeitung". Im Fall des Falles wolle man "natürlich mit der Königsdisziplin beginnen" – mit den Banken.
Dafür werde Scope in Vorleistung gehen und die Ratings auf eigene Kosten erstellen. Die Ratings von Standard & Poors, Moody's und Fitch entstünden dagegen zu einem großen Teil in Auftragsarbeit. Die Nähe der Ratingagenturen zu ihren Kunden werde von Politikern als einer der Gründe für die Finanzkrise angeprangert, so das Sparkassenblatt.
Mit Blick auf die Diskussionen um die Schaffung einer europäischen Ratingagentur halte Schoeller auch die Überlegungen für sinnvoll, dass Kreditversicherer wie die Allianz-Tochter Euler Hermes oder die französische Coface in diese Richtung ausgebaut würden. "Allerdings sind diese Gesellschaften gewöhnt, sehr kurzfristig zu denken, das müssten sie dann stark ändern hin zur Langfristigkeit."
Um die geforderte Unabhängigkeit zu ermöglichen, rege Schoeller eine zentrale staatliche Stelle an. Diese solle bestimmen, welche Ratingagentur welchen Auftrag erhalte.