Das belegt ein TV-Interview vom September 1998, das die "Financial Times Deutschland" (FTD) noch einmal abgedruckt hat. Bei diesem Gespräch mit dem damaligen Mobilcom-Milliardär Gerhard Schmid wies der Börsenkenner unmissverständlich darauf hin, dass das zu der Zeit grassierende Spekulationsfieber am Neuen Markt vor einem bösen Erwachen stehe, nicht zuletzt weil es sich überwiegend auf "Manipulation" stütze.
Blut werde fließen, so ein empörter Kostolany: "Ein Blutbad wird es geben auf dem Neuen Markt!" In der Talkshow wurde er ausgelacht – auch Schmid habe gelacht, so die FTD.
Allerdings wohl nicht lange: Bekanntlich brach der Neue Markt im Jahr 2000 zusammen; Schmid selbst musste laut FTD 2003 Privatinsolvenz anmelden.
Das Interview mag ob der Wortwahl und Aufgebrachtheit eines über 90-Jährigen Börsenprofis amüsieren – oder aber als erschreckendes Beispiel eines klassisch ignorierten Kassandrarufs in unserer scheinbar so aufgeklärten Welt dienen. Lesenswert ist es auf jeden Fall.