18.03.2010

Ärger unter Literaten

Am Montag habe der Verband deutscher Schriftsteller die "Leipziger Erklärung", ein Plädoyer für den Schutz geistigen Eigentums veröffentlicht, berichtet "Die Zeit". Unterzeichner seien unter anderem Günter Grass, Christa Wolf und Günter Kunert.

"Wenn ein Plagiat als preiswürdig erachtet wird, wenn geistiger Diebstahl und Verfälschungen als Kunst hingenommen werden, demonstriert diese Einstellung eine fahrlässige Akzeptanz von Rechtsverstößen im etablierten Literaturbetrieb", heißt es darin.

Offensichtlich beziehe sich dieser Passus auf Helene Hegemanns für den Leipziger Buchpreis nominiertes Buch "Axolotl Roadkill", an dem sich in den vergangenen Wochen eine Diskussion ums Plagiat entzündet habe, so die "Zeit".

Hintergrund: Hegemann hatte Teile aus verschiedenen Werken in ihrem Roman verwendet, ohne dies kundzutun und die Quellen anzugeben. Als dies bekannt wurde, folgten hitzige, feuilletonistische Gefechte um den literarischen Rang des Romans und die ethischen Implikationen des Plagiarismus.

Die Debatte um das Urheberrecht werde allerdings nicht das einzige große Thema der Leipziger Messe sein. Die Branche bereite sich auf das iPad vor, das dem Markt mit elektronischen Büchern vielleicht den entscheidenden Impuls geben könnte, heißt es weiter.